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Humor (Soziologie)
Humor kann soziologisch unterschiedlich aufgefasst werden, so etwa (1) als eine in bestimmten Milieus geschätzte, geduldete oder missbilligte persönliche Haltung der Distanz, die, wenn in einer Situation geäußert, andere erheitert, (2) konfliktsoziologisch als eine positive soziale Sanktion eines Akteurs oder (3) systemtheoretisch als ein Kommunikationsmedium einer Gesellschaft. Jenachdem wäre er zum Beispiel (1) vom Ernst als Haltung und vom Witz als sozialer Handlung, (2) von Ironie als ambivalenter undSarkasmus als negativer sozialer Sanktion oder (3) von anderen Kommunikationsmedien wie Wahrheit abzugrenzen.Sein Gegenteil, die Humorlosigkeit, wird nicht selten als soziales Manko - etwa bei der Konversation - aufgefasst.Sozialgeschichtlich ist der Humor vermutlich ein sehr altes Phänomen und könnte bereits vor der neolithischen Revolution aufgetreten sein. Eine gewisse gewollte und geäußerte Distanz zu Ereignissen könnte den Humor in einigen Lebenssituationen, wo immer dort Abweichung oder Überraschung tolerabel waren, bereits bei Wildbeutern, in Stammesgesellschaften oder stratifikatorisch (hierarchisch) differenzierten Gesellschaftsformen begünstigt haben. Ob und wie er sich funktional differenzierten Gesellschaften äußert, ist empirisch weitestgehend unerforscht.