Das Feld der mit „Lachen“ und „Humor“ verbundenen Begriffe ist weit und schwer zu ordnen. Diese Vielfalt und ihr Variantenreichtum sind ein Hinweis auf die anthropologische Funktion des Lachens: Über andere und über sich selbst zu lachen ist offenbar eine wichtige befristete Entlastung von der Mühsal des Lebens. Nach einer Bemerkung von Aristoteles ist der Mensch das einzige Tier, welches das Lachen entwickelt hat – Lachen und Menschsein gehörten für ihn zusammen.
Die folgende Liste der Links ist unvollständig und behelfsmäßig, einige Zuordnungen könnten auch anders erfolgen. Am wichtigsten wird es in Zukunft sein, die hier genannten „Denkformen“ weiter gegeneinander abzugrenzen und ihre besonderen Methoden zu entschlüsseln; sind erst diese Verfahren begriffen, dann sind auch ihre Darstellungen in schriftlicher, mündlicher usw. Form nicht mehr ein analytisches Problem.
- Denkformen:
Hohn, Ironie, Komik, Parodie, Sarkasmus, Selbstironie, Spott, Witz, Zynismus, …
- Schriftliche Formen:
Anekdote, Glosse, Limerick, Satire, komische Lyrik …
- Mündliche Formen:
Running Gag (Dauerwitz), Kalauer, Krätzchen, Radio Eriwan, Scherz, Schlagfertigkeit, Trockener Humor, Zote, …
- Verhaltensformen:
Albernheit, Chuzpe, Süffisanz, …
- Darstellende Formen:
Clown, Comedy, Farce, Groteske, Kabarett, Komiker, Komödie, Slapstick, Sitcom, …
- Bildliche Formen:
Cartoon, Comic, Karikatur, …
- Ereignis- oder situationsgebundene Formen:
Aprilscherz, Karneval/Fastnacht/Fasching, Galgenhumor, Ironie des Schicksals, Schwarzer Humor, Therapeutischer Humor, …
- Regionale beziehungsweise soziale Formen:
Britischer Humor, Wiener Schmäh, Jüdischer Witz, Rheinischer Humor, Klein-Erna-Witz, Ostfriesenwitz, …
- Fachgebietsspezifischer Humor:
(Hier sind noch keine Links vorhanden, aber bestimmte Berufs- oder Funktionsgruppen (Insider) grenzen sich typischerweise von Außenstehenden ab, indem groteske Zusammenhänge hergestellt oder andere verspottet werden. So gelten unter Musikern etwa Bratschisten als langsam und in der Popwelt Schlagzeuger und Bassisten generell als unmusikalisch. Humor unter Mathematikern: „Gegeben sei ε < 0“ (Epsilon). Und Computerleute ziehen über DAUs und Nerds her. Allgemeiner: Wissenschaftlicher Witz)
- Oliver Roland (Hg.), Humor in der Kirche - Der christliche Witz, 2.Auflage, AZUR, Mannheim 2008, ISBN 978-3-934634-25-1.
- Alfred Adler: Zusammenhänge zwischen Neurose und Witz (1927). In: A. Adler: Psychotherapie und Erziehung - Ausgewählte Aufsätze, Band I: 19919-1929, Fischer Tb, Frankfurt a. M. 1982, ISBN 3-596-26746-3
- Henri Bergson: Das Lachen. Ein Essay über die Bedeutung des Komischen. Luchterhand, Darmstadt 1988 (Originaltitel: Le rire. 1904)
- Peter L. Berger: Erlösendes Lachen. Das Komische in der menschlichen Erfahrung. Gruyter, Berlin 1998
- Vera F. Birkenbihl: Humor: An Ihrem Lachen soll man Sie erkennen. mvg, Frankfurt am Main 2003, 3. Auflage, ISBN 3-478-08378-8
- J. Bremmer, H. Roodenburg: Kulturgeschichte des Humors. Von der Antike bis heute. Primus, Darmstadt 1999, ISBN 3-89678-204-5
- Umberto Eco: The Frames of Comic ‘Freedom’. In: Thomas A. Sebeok (Hrsg.): Carnival! Mouton, Berlin 1984, ISBN 978-3-11-009589-0, S. 1–9
- Sigmund Freud: Der Witz und seine Beziehung zum Unbewussten. Fischer, Frankfurt am Main 1981, ISBN 3-596-26083-3
- Sigmund Freud: Der Humor. (1927) In: Alexander Mitscherlich u.a. (Hrsg.): Freud-Studienausgabe Band 4. Psychologische Schriften. Frankfurt am Main 1969–1975, ISBN 3-10-822724-6, S. 275–282
- Harald Höffding:Humor als Lebensgefühl (Der große Humor). Eine psychologische Studie. Teubner, Leipzig 1918; Nachdruck der 2. Aufl. Müller, Saarbrücken 2007, ISBN 3-8364-0814-7.
- Dieter Hörhammer: Die Formation des literarischen Humors. Ein psychoanalytischer Beitrag zur bürgerlichen Subjektivität. Fink, München 1984, ISBN 3-7705-2256-7
- John Morreall: The Philosophy of Laughter and Humor. State University of New York Press, Albany/NY 1987, ISBN 0-88706-327-6
- Helmuth Plessner: Lachen und Weinen. (1941) Berlin 1961
- Josef Rattner u. Gerhard Danzer: Meister des großen Humors - Entwürfe zu einer heiteren Lebens- und Weltanschauung. Verlag Königshausen & Neumann, Würzburg 2008, ISBN 978-3-8260-3863-1
- Jörg Räwel: Humor als Kommunikationsmedium. UVK, Konstanz 2005, ISBN 3-89669-512-6
- Joachim Ritter: Über das Lachen. In: Joachim Ritter: Subjektivität. Suhrkamp, Frankfurt/Main 1974, ISBN 3-518-01379-3, S. 62-92
- Wolfgang Schmidt-Hidding (Hrsg.): Humor und Witz. Hueber, München 1963 (Europäische Schlüsselwörter, Band 1)
- Irka Schneider: Humor in der Werbung. Praxis, Chancen und Risiken. VDM, Saarbrücken 2005, ISBN 3-86550-116-8
- Werner Thiede: Das verheißene Lachen. Humor in theologischer Perspektive. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1986, ISBN 3-525-63350-5 (ital. Übersetzung 1989).
- Michael Titze, Christof T. Eschenröder: Therapeutischer Humor. Grundlagen und Anwendungen. 4. Auflage. Fischer, Frankfurt/Main 2003, ISBN 3-596-12650-9
- Rüdiger Vaas: Hirn und Humor. In: Universitas. Bd. 63, Nr. 745, Juli 2008, S. 664–693 (Übersichtsartikel über die neurobiologischen Grundlagen des Humors sowie psychologische und evolutionsbiologische Aspekte)
- Anton C. Zijderveld: Humor und Gesellschaft. Styria, Graz 1976